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Rückenschmerzen

Ein großer Teil der westlichen Gesellschaft leidet an Rückenschmerzen. Bis zu 80 % der Menschen geben an, einmal im Leben Rückenschmerzen zu haben. Noch viel dramatischer erscheint, dass sie zu jedem beliebigen Zeitpunkt etwa 30 % der Menschen Rückenschmerz haben.

Rückenschmerzen und deren Ursache

Die Ursache von Rückenschmerzen ist auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Die wesentliche Unterscheidung liegt darin, ob angeborene oder erworbene Ursachen vorliegen. Etwa 10-20 % der Rückenschmerzen dürften angeboren oder vererbt sein, wie ein Bruch im Wirbelbogen oder eine Verknöcherung der unteren Lendenwirbelsäule mit dem Becken. Zudem wurden viele Nebenfaktoren benannt, wie beispielsweise psychische Belastungen, Stress und schwere berufsbedingte Tätigkeiten. Der Hauptgrund der Rückenschmerzen dürfte jedoch im Bereich muskulärer Spannungszustände liegen. Die Matratze als Grund von Rückenschmerzen ist eher unwahrscheinlich, schließlich hat ein Großteil der Menschen keine hochwertige Matzatze und trotzdem keine Rückenschmerzen.

Wissenschaftliche Aussagen

Die Wissenschaft tut sich mit der Beurteilung dieser Hauptgründe sehr schwer. Verantwortlich dafür sind zwei Faktoren. Der erste Faktor ist, dass muskuläre Spannungen durch Geräte wie Röntgen oder MRT nicht nachweisbar sind, sondern hier nur die sichtbar entstandenen Schäden wahrgenommen werden. Der weitaus wichtigste Grund wird von der Wissenschaft nicht beachtet, weil er schon bestand, bevor sich die Wissenschaft überhaupt mit dem Problem Rückenschmerz auseinandergesetzt hat.

Sitzen macht Rücken

Vor etwa 200 Jahren wurde für die Allgemeinheit der Stuhl als Sitzmöbel eingeführt. Vorher haben die Menschen überwiegend auf dem Boden in der Naturhocke gesessen. Viele nutzten kleine Schemel, die das Hocken unterstützt haben. Unsere moderne Medizin ist etwa 150 Jahre alt. Als die Normalwerte unserer westlichen Schulmedizin entwickelt wurden, sind bereits alle Menschen zu einem großen Teil ihres Lebens gesessen.

Menschen unserer Zivilisationsform sitzen bereits seit der frühen Kindheit und insbesondere sind es hier die vielen Stunden während der Schulzeit, mit dem eine Sitzkrankheit in die Menschen hinein programmiert wird. Dieser Mechanismus wurde wissenschaftlich nie im Vergleich zu Menschen untersucht, die nicht in der Schule gesessen haben. Vielmehr wurden Studien durchgeführt, die Menschen vergleichen die Sitz- und Stehberufe haben, die jedoch beide in der Schule gesessen sind.

Betrachtet man die Problematik des Sitzens, so glauben die meisten, dass die Unbeweglichkeit im Sitzen die Ursache für das Problem Rückenschmerz sei. Auf dieser Annahme beruhen zahlreiche Empfehlungen für Behandlungen. Man solle sich mehr bewegen. Zudem hält sich der Glaube, dass sich durch das Sitzen Muskeln abschwächen. Diese zu schwachen Muskeln sollen dann für Rückenschmerzen verantwortlich sein. Auch hier versuchen Stuhlsysteme, dafür zu sorgen, dass Muskeln weiter gekräftigt werden.

Muskelverkürzungen als Krankheitsursache

Der eigentliche Entstehungsmechanismus des Rückenschmerzes dürfte aber ein anderer sein. Im Sitzen kommt es zu einer erheblichen Verkürzung von Muskeln, die im Vergleich zur natürlichen Haltung, wie es früher auch beim Hocken war, deutlich kürzer ist. Betroffen ist nicht ein einziger Muskel, sondern es sind zahlreiche Muskeln, die jedoch in einer gewissen Verkettungskaskade nachfolgend zu Problemen führen.

Die Muskelverkürzung ist genau genommen keine eigentliche Verkürzung, sondern es ist lediglich ein Verlust der Elastizität des Muskels an dem Ende der vollständigen Streckung. Die muskuläre Verkürzung sind eigentlich Schutzmechanismen des Körpers, damit es am Ende der Gelenkbewegung nicht zu einem knöchernen Gelenkanschlag kommt. Das Gelenk soll so vor Schäden bewahrt werden. Werden Muskeln jedoch in ihrem Bewegungsausmaß regelmäßig bis zur vollständigen Beugung und vollständigen Streckung bewegt, adaptiert sich der Muskel auf diesen geringeren Bewegungsumfang. Die Abbremsfunktion, die zum Schutz des Gelenkes dienen soll, setzt bereits weit vor Erreichen des knöchernen Gelenkanschlags ein. Dadurch wird der Muskel dann weniger elastisch oder anders ausgedrückt, verkürzt.

Dehnung reicht nicht

Ein einmal verkürzter Muskel lässt sich auch durch Dehnungsübungen nicht mehr auf seine ursprüngliche Länge bringen. Grund dafür ist ein Mechanismus, der im knöchernen Sehnenansatz des Muskels verbaut ist. Umso kürzer der Muskel, umso höher ist der dort ankommende Zug und umso höher ist dann die an das Gehirn gemeldete Muskelspannung. Das Gehirn erhöht dann wiederum die Spannung des Muskels selbst, also ein Teufelskreis. Dehnungsübungen erhöhen diese Spannung und führen damit zu Verschlechterung der Elastizität. Je mehr gedehnt wird, desto mehr wird die Gegenspannung im Muskel erhöht und desto geringer ist die Dehnungsfähigkeit beziehungsweise Elastizität.
Ein Muskel ist dazu in der Lage, sich bei mehr Kraftbedarf zu vergrößern und er wird auch bei weniger Kraftbedarf wieder schwächer. Diesen Mechanismus macht man sich in einem Fitnessstudio zu Nutze. Dem Muskel wird beim Krafttraining vorgegaukelt, er brauche mehr Kraft. Der Muskel wächst. Wird das Fitnessstudio nicht mehr besucht, wird der Muskel wieder schwächer. Was der Muskel nicht von selber kann, ist die Wiederherstellung der ursprünglichen Elastizität beziehungsweise der natürlichen Muskellänge.
Muskelverkürzungen geschehen durch stundenlanges Sitzen von selbst. Um die Elastizität bzw. die Muskellänge wieder herzustellen bedarf es jedoch eines Umweges. Durch Druck auf den Muskelansatz ist es möglich, die Faserknorpel im Sehnenansatz so zu beeinflussen, dass die darin verbauten Messfühler keine erhöhte Muskelspannung an das Gehirn melden. In diesem Fall lässt sich dann der Muskel wieder auf seine ursprüngliche Elastizität beziehungsweise Länge bringen.

Der Hüftbeugemuskel (Psoas)

Die erste Muskelverkürzung betrifft die Hüftbeugemuskulatur, hier ist vor allem der Psoasmuskel zuerst betroffen. Die Besonderheit dieses Muskels ist, dass er nicht vorne oder hinten im Körper liegt, sondern von der Vorderseite der Hüfte auf die Rückseite der Lendenwirbelsäule schräg durch den Körper verläuft.

Dieser Muskelverlauf führt dazu, dass der Muskel sich im Sitzen verkürzt, beim Aufstehen jedoch durch den starken Zug die Wirbelsäule auf der Rückseite ins Hohlkreuz zieht und in dort die Bandscheiben quetscht werden. In der Folge kommt es zur weiteren Muskelverkürzungen im Hohlkreuz. Hier sind sowohl die äußeren wie auch die mittleren Schichten der Rückenmuskeln betroffen. Die Verkürzung des Hüftbeugemuskels führt erst im Stehen zu einem erhöhten Druck. Das ist auch der Grund, weshalb 72% für gewöhnlich schmerzfreier Menschen spätestens nach 2 Stunden Stehen dennoch Rückenschmerzen entwickeln, denn der Hüftbeugemuskel quetscht die Bandscheiben lediglich im Stehen. Im Gegensatz dazu führt die Verkürzung der äußeren beiden Rückenmuskeln auch im Sitzen zu einer Fixierung des Hohlkreuzes.

Entstehung von zu schwachen Muskeln trotz Muskelverkürzungen

Durch die starke Kompression der Wirbelsäulenrückseite durch diese verkürzten Muskeln, kommen die Knochen auf der Rückseite der Wirbelsäule sehr nah aneinander. Die tiefe Schicht der Rückenmuskeln kann so nicht mehr arbeiten, da die Aufhängepunkte zu nah beieinander liegen und so nur noch zwischen den Knochen baumelt. Infolge dieser Nutzlosigkeit verkümmert die tiefe Rückenmuskulatur zunehmend und wird schließlich in Fett umgebaut, welche sich im späteren Verlauf auch nicht mehr zurück in Muskeln umbauen lässt.

Muskelkräftigung ist nicht nötig – Das Pferd wird von hinten aufgezäumt

Um die tiefen Rückenmuskeln zu kräftigen, ist zielt die häufigste Behandlung vor allem auf ein Training der Bauchmuskulatur ab. In der Tat gelingt es, durch Bauchmuskeltraining die tiefen Rückenmuskeln wieder leicht zu reaktivieren. Dieser Mechanismus zäumt jedoch das Pferd von hinten auf. Der richtige Weg wäre, die verkürzten Muskeln über den oben beschriebenen Mechanismus durch Druck auf die Messfühler im Sehnen- bzw. Muskelansatz wieder elastisch zu machen und dadurch die Spannung aus der Hüftbeugemuskulatur und den hinteren Rückenmuskeln zu nehmen. Die gummiartige Bandscheibe würde sich dadurch von selber wieder entfalten und könnte sich wie ein Schwamm aus der Umgebung mit Nährstoffen versorgen. Stattdessen wird durch das Bauchmuskeltraining eine zusätzliche Kompression der Bandscheibe auch auf der Vorderseite der Wirbelsäule erreicht. Dies hat als einzig positiven Effekt, dass über das Hypomochlion der Wirbelsäulenhinterkante die weit rückwärts auf der Wirbelsäule gelegenen Strukturen weiter auseinanderweichen können und damit die Aufhängepunkte der tiefen Rückenmuskulatur wieder weiter auseinander liegen. Dadurch können die tiefen Rückenmuskeln zwischen diesen zwei Aufhängepunkten wieder greifen. Die Bandscheiben sind aber weiterhin gequetscht und nicht entlastet.

Funktion eines Muskels

Die Funktion eines Muskels besteht in erster Linie darin, sich zusammenziehen zu können, genauso wie er auch wieder nachlassen können muss. Die dem Muskel zu geschriebene Stabilisierungsfunktion hat der Muskel jedoch nicht. Für die Stabilität im Körper sind Knochen zuständig, nicht Muskeln. Bestünde der Mensch nur aus Muskeln, so wäre er keineswegs stabil, sondern er würde auf eine minimale Größe zusammenschrumpfen. Ein Muskel ist immer an zwei Knochen befestigt, zwischen diesen zwei Knochen befindet sich entweder eine weiche Bandscheibe oder weiches Knorpelgewebe.

Je kräftiger der Muskel wird, desto mehr wird Bandscheibe beziehungsweise Knorpel zusammengedrückt. Mehr Muskeln beziehungsweise mehr Kraft bedeuten gleichzeitig mehr Quetschung der Bandscheibe. Das Gefühl vermehrter Stabilität und die Abnahme des Schmerzes durch mehr Muskeln beruht auf der Abnahme der Reibung. Die erreichte Stabilität durch mehr Muskeln besteht in der Tat. Die Stabilität ist jedoch eigentlich eine Überstabilität mit Quetschung der Bandscheiben beziehungsweise des Knorpels und keine gesunde Stabilität, wie sie durch die Eigenspannung dieses Gewebes eigentlich gegeben wäre und ebenfalls für eine Schmerzfreiheit, diesmal aber eine gesunde, sorgen würde.

Die Bandscheibenvorwölbung

Der erhöhte Druck der Muskulatur führt neben der Quetschung der Bandscheibe, die sich zunächst als Bandscheibenvorwölbung, später dann als Bandscheibenvorfall äußert, auch zu einer vermehrten Abnutzung der hinten gelegenen kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenksarthrose), Nervenausgangsengen (Neuroforaminale Stenose) und der Spinalkanalstenose (Einengung des Nervenhauptkanals) durch druckbedingt vergrößerte Wirbelgelenke und Osteochondrose, also der vollständigen Zermahlung der Bandscheibe mit schmerzhaftem Reiben der Wirbelkörperknochen aufeinander.

Solange die tiefe Rückenmuskulatur sich noch nicht vollständig in Fett umgewandelt hat und so lange nur Bandscheibenvorwölbung oder andere geringe Abnutzungen der Bandscheibe vorliegen, kann der hier beschriebene Entstehungsmechanismus über eine Verbesserung der Elastizität des Muskels wieder rückgängig gemacht werden. Dies geht aber wie oben beschrieben nicht über Kräftigung der Muskulatur sondern nur über eine Verbesserung der Elastizität durch Druck auf den Muskelansatz und nachfolgende tägliche, regelmäßige Übungen. Bei schweren Veränderungen der Wirbelsäule, kann es sein, dass durch Maßnahmen, bis hin zu Operationen, zunächst eine Therapiefähigkeit hergestellt werden muss.

Nach einer Operation am Rücken

Spätestens nach einer Rückenoperation muss im schmerzarmen Zustand die Elastizität der Muskulatur wiederhergestellt werden und dann mit dauerhaften Dehnungsübungen die Elastizität erhalten werden. Erst als letzter Schritt hilft danach eine Kräftigung der Muskulatur, ist in den meisten Fällen aber dann nicht mehr erforderlich.

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