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Bandscheibenvorfall

Die Bandscheibe nutzt sich nicht von selbst ab, sondern es ist die Folge des Zugs stark verkürzter Muskeln. Im Sitzen bereits während der Schulzeit sind die Muskelverkürzungen entstanden. Durch den starken Muskelzug kann sich die Bandscheibe nicht mehr entfalten. Somit verliert sie ihre Elastizität und kann ihre eigentliche Aufgabe, die Federwirkung, nicht mehr ausüben.

Symptome (Beschwerden) bei einem Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall kann ganz unterschiedliche Symptome machen. Die leichteren Formen machen Symptome wie Rückenschmerzen, stärkere Schmerzausprägungen können zu ausstrahlenden Schmerzen führen und im schlimmsten Fall sogar Symptome mit Lähmungen versursachen. Man fühlt sich wie auf den Hund gekommen, am Rücken oder am Hals.

Ein Bandscheibenvorfall ist in vielen Fällen auch nicht schmerzhaft. Mehrere Studien haben dies nachgewiesen. Boden und sein Team konnten etwa zeigen, dass bei 4,5 Prozent von vermeintlich gesunden, zwanzigjährigen Männern, die sich für eine Kampfpilotenausbildung bewarben, Bandscheibenvorfälle vorlagen. Ferner, dass in etwa bei zwanzig Prozent unter Sechzigjähriger, die gänzlich beschwerdefrei waren, ein solcher diagnostiziert werden konnte (Boden et al. 1990, Janen et al. 1994). Schmerzhaft wird es oft erst dann, wenn ein Nerv durch den Bandscheibenvorfall bedrängt wird. Drückt das vorgefallene Bandscheibengewebe auf einen solchen, kommt es zu Schmerzen, und zwar entweder zu solchen, die ausstrahlen, oder zu einem Ischiasschmerz. Der Ischias, das sind alle Nerven, die aus der unteren Lendenwirbelsäule austreten und dann gemeinsam einen dicken Nerv bilden, auch wenn die Austrittsstellen an der Wirbelsäule verschieden sind.

Aufbau der Bandscheibe

Die Bandscheibe ist gummiartiger weicher Puffer zwischen den Lendenwirbel- oder Halswirbelkörpern und ermöglicht die Bewegung der Wirbelsäule. In der Mitte der Bandscheibe ist ein harter kugeliger Kern, der Nucleus pulposus, auf dem die Lendenwirbel reiten. Dieser Kern kann etwas nachgeben und federn. Die Bandscheibenhülle wiederum kann in alle Bewegungsrichtungen deutlich nachgeben. Bei einer gesunden Bandscheibe stellt sich diese Hülle wie bei einem Schaumstoff wieder zurück, wenn die Bewegung in eine Richtung wieder aufgehoben wird.
Die Bandscheibe hat keine Blutgefäße, die sie ernähren könnte. Sie funktioniert vielmehr wie ein Schwamm. Bei Belastung geht die Bandscheibe zusammen und wird ausgepresst, bei Entlastung geht sie wieder auseinander und saugt sich mit Flüssigkeit aus den angrenzenden Wirbelkörpern zur Ernährung voll.

Wie geht eine Bandscheibe kaputt?

Bei zu hoher Muskelspannung bleibt die Bandscheibe zusammengedrückt, und zwar auch in entlasteter Stellung. Dadurch ist die Möglichkeit sich zu ernähren bereits deutlich eingeschränkt. Diese Kompression zählt zu den Ursachen der Abnutzung. Durch Kräftigung der Muskulatur wird der Schwamm noch mehr zusammengedrückt. Der Schwamm kann sich nun gar nicht mehr entfalten, sondern bleibt zusammengepresst. Eine Ernährung ist nun kaum noch möglich. Die Bandscheibe verhungert bildlich gesehen und beginnt Symptome wie Schmerzen zu zeigen.

Irrtum Muskelaufbau beim Bandscheibevorfall

Nun beginnst Du mit aktivem Muskelaufbau, um den Rücken stabil zu machen. Du presst dabei die Bandscheibe noch mehr zusammen, sodass Ernährung fast überhaupt nicht mehr möglich ist, da nun auch der letzte Rest an Schwammfunktion ausgeschaltet ist. Da die betroffene Bandscheibe dann aber wieder stabil ist und es auch zu keinem Reibeschmerz mehr kommt, empfindest Du das als Erleichterung. Das Problem ist aber nur vordergründig verbessert. In Wirklichkeit kommt es zu einer noch stärkeren Abnutzung der Bandscheibe. Wenn Du nämlich unter dem erhöhten Muskelzug die Wirbelsäule bewegst, kommt es zu erhöhten Scherkräften, was den Schaden noch vergrößert.
Erst die Bewegung der Bandscheibe im Rücken oder Hals unter Kompression durch die verkürzte Muskulatur ist eine der Ursachen, die derBandscheibe erst richtig schadet. Durch den starken Muskelzug und den anschließenden Zug nach unten werden Bandscheiben und Gelenkknorpel und Lendenwirbel wie bei einem Mörser zerrieben. Bewegung ist erst dann gut, wenn vorher der Druck aus der Muskulatur genommen wurde.

Bandscheibenvorfälle entstehen über Jahre und platzen in einer Sekunde

Ein Bandscheibenvorfall entsteht nicht von heute auf morgen. Als Vorläufer gilt die Bandscheibenprotrusion (dazu siehe weiter unten), eine Vorwölbung der Bandscheibe, die man auf Bildern sehen kann. Und auch eine Bandscheibenprotrusion tritt nicht spontan auf, ihr geht wiederum eine Bandscheibendegeneration (Bandscheibenabnutzung, Diskose) voraus, die gelegentlich auch auf MRT-Bildern sichtbar ist.
Wie kommt es nun dazu, dass eine Bandscheibe Schaden nimmt und Symptome macht, also was sind die Ursachen für die Abnutzung? Sowohl in der öffentlichen Meinung als leider auch immer wieder in vielen Fachbüchern und Fachartikeln wird ein Bandscheibenvorfall als etwas, man könnte fast sagen, Schicksalhaftes oder sogar Gottgegebenes betrachtet. Viele Patienten sind der Meinung, sie hätten schlicht und einfach schlechte Bandscheiben oder die Disposition dazu von ihren Eltern geerbt. Darin mag ein Fünkchen Wahrheit liegen, die restlichen 99 Prozent hat sich jedoch jeder selbst zuzuschreiben, denn an der Abnutzung der Bandscheibe sind ist man zum größten Teil selbst schuld. Es wird einfach zu viel gesessen, wie weiter oben ausführlich beschrieben worden ist, und so wird die Quetschung der Bandscheiben in Kauf genommen.

Nicht der Druck von oben schädigt die Bandscheibe, sondern der Muskelzug von unten

Mehrheitlich hat sich die Meinung etabliert, dass die Bandscheiben durch einen Druck von oben, also etwa durch Übergewicht oder durch schweres Heben, beschädigt werden. Dies mag ja auch in einigen Fällen zur Abnutzung der Bandscheibe beitragen, viel entscheidender ist jedoch die permanente Fehlhaltung, das Sitzen, und die dadurch verkürzte Muskulatur, die die Wirbel nach vorne und nach unten zieht und die Bandscheiben zerquetscht.

Federt die Bandscheibe nach einem Bandscheibenvorfall noch?

Immer wieder bekomme ich in diesem Zusammenhang die Frage zu hören, ob die Bandscheibe nach einem Bandscheibenvorfall, wenn also der Kern der Bandscheibe bereits herausgefallen ist, überhaupt noch puffern und Stöße abfangen kann. Meiner Erfahrung nach puffert eine Bandscheibe schon bereits lange vor dem Bandscheibenvorfall nicht mehr. Insofern ist nicht unmittelbar der Vorfall das Ereignis, das das Puffern unmöglich gemacht hat, sondern die zugrunde liegende Muskelverkürzung. Die Bandscheibe konnten schon lange vor dem Vorfall keine Stöße mehr abfangen. Deshalb ist sie ja kaputt gegangen – und nicht umgekehrt!

Behandlung (Therapie) eines Bandscheibenvorfalls

Die Behandlung von Bandscheibenvorfällen richtet sich nach dem Auftretenden der Symptome. Lokale Schmerzen können durch Eigenbehandlung, Physiotherapie, Wärme und Massage behandelt werden. Alle diese Maßnahmen führen zu einer Lockerung des Gewebes. Dadurch ist mehr Platz um den Bandscheibenvorfall und der Druck auf die Nerven wird geringer, dies gilt sowohl für die Lenden-, Brust- und Halswirbelsäule.
In der Behandlung kann es weiterhin notwendig sein, mit abschwellenden Medikamenten zu arbeiten, entweder als Tabletten, Infusion oder durch Spritzen. Die gezielte Behandlung mit Spritzen ist dabei die beste Methode, wenn unter Röntgen oder Computertomographie der Bandscheibenvorfall unmittelbar umspült wird. Damit gelingt es in 80-90% durch 1-3 Behandlungen die Symptome ganz abzustellen.

Wann ist eine Operation eines Bandscheibenvorfalls notwendig?

Nur wenige Bandscheibenvorfälle müssen dann operiert werden. Entweder wenn die Schmerzen dennoch wiederkommen oder wenn eine Lähmung besteht. Natürlich kann es auch sein, dass die Symptome gar nicht verschwinden, dann muss eine Operation erfolgen, um den Nerv zu entlasten. Die Operationen sind in der Regel einfach, teilweise können sie auch minimalinvasiv durchgeführt werden. Das Hauptproblem an der Operation ist allerdings nicht die Operation selbst, sondern die Zeit danach. Da die Operation selbst nicht die Ursachen der Bandscheibenabnutzungen abstellt, sondern nur den Vorfall selbst entfernt, ist es erforderlich, anschließend die Muskulatur wieder elastisch zu machen und dauerhaft elastisch zu halten.

Was beim Bandscheibenvorfall (fast) alle falsch machen und was Du nicht machen solltest

Das machen die meisten Menschen ja leider nicht. Sie machen entweder so weiter wie vorher, indem sie ihr Verhalten nicht ändern oder sie kräftigen ihre Muskulatur und Quetschen die Bandscheiben damit weiter zusammen. Richtig wäre eine Behandlung, bei der an allen beteiligen Muskeln lange auf den Muskelansatz gedrückt wird, z.B. durch eine Elasopressur. Damit wird die volle Elastizität des Muskels wiederhergestellt. Dieser elastische Muskel muß ab dann täglich gedehnt werden, um die Elastizität zu halten. Nur so ist es möglich, sicher dauerhaft schmerzfrei zu bleiben. Wenn Du danach auch noch Muskelkräftigungen als Behandlung machen möchtest – kein Problem, aber es sollte immer der letzte Schritt nach den beiden anderen sein.
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